Dienstag, 11. August 2015

Depression

Heute kam eine Klientin in meine Praxis. Sie klagte über weinerliche Stimmungen, die sie immer mal wieder überfallen würden. Vielleicht sei es ja eine Depression und vielleicht solle sie mal Medikamente dagegen nehmen.
Ja. Eine Depression sagte ich. Ganz klar.
Ach, erwiderte sie erleichtert.
Ja.
Und jetzt? Fragte sie.
Jetzt kannst du dich entscheiden depressiv zu sein und es dir auch von den Ärzten bestätigen lassen. Du wirst Medikamente bekommen und vielleicht einen gängigen Therapeuten. Alles wird dafür getan werden, dass du wieder funktionierst, arbeiten kannst und du erfährst was die Krankheit nun mit dir machen wird.



Oder du erkennst an, dass Depression ein Zustand ist, den alle Menschen mehr oder weniger durchleben, weil es eben zu den Erfahrungen und Bewusstheiten der Menschen dazu gehört. Es ist nicht mehr und nicht weniger.
Und wenn du das anerkennst, wirst du spüren, dass du selbst Kräfte in dir hast, die dich dort wieder hinaus ziehen, aus deinem Dunkel und der Tiefe.
Hole dir Hilfe. Gerne begleite und helfe ich dir.
Denn gemeinsam ist es leichter.
Erfahre welcher Anteil in dir weint und im Dunkel wohnt. Nehme ihn an und führe ihn zu dir selbst zurück.
Ich helfe dir gern.
Und dann?
Dann wirst du wieder Licht sehen. Dann wirst du wieder Hoffnung fühlen. Und dann entsteht in dir eine Kraft, der du vertrauen kannst.
Also bin ich garnicht krank?
Wie gesagt, es ist deine Entscheidung.



Anmerkung: Dies ist ein Gedankenanstoss . Dieser Klientin habe ich auf diese Weise weiter helfen können. Es gibt natürlich Verläufe, gerade die chronischen Verläufe der Depression, bei denen ich durchaus die Einnahme von Medikamenten und ärztliche Hilfe unterstütze.